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Jingdezhen - Porzellan

Jingdezhen – Die Heimat des chinesischen Porzellans

Benjamin Ley

Benjamin Ley

Porzellan ist eines der großartigsten Errungenschaften aus dem Reich der Mitte. Das weiße Gold aus dem fernen Osten eroberte bereits früh die Herzen und Märkte der Europäer und ist heute aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Porzellanmanufakturen wie Meißner sind heutzutage allseits bekannt und stellen noch heute exzellentes Porzellan her. Die Geschichte von Porzellan selbst ist länger als oft angenommen und durchlief so einige Wandlungen. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über die Porzellanstadt Jingdezhen und der Herkunft des chinesischen Porzellans.

Die Entstehung des Porzellans

Die Vorläufer des ersten Porzellans entstanden bereits in der Zeit der Shang-Dynastie im 17. Jahrhundert vor Christus. Die Chinesen entwickelten diese Form von Keramik über die Jahrhunderte weiter, bis es zur Zeit der östlichen Han-Dynastie wenige Jahre nach Christus Geburt zu dem heutigen Porzellan. Im Laufe der Zeit entwickelten die Chinesen immer neue Formen und Muster an und entwickelte sich konstant weiter.
Das chinesische Porzellan fand bereits früh Abnehmer in der ganzen Welt. Insbesondere die islamischen Länder begannen bereits früh damit, Porzellan in großen Mengen aus China zu beziehen. Ganze Schiffe beladen mit chinesischem Porzellan verließen die südchinesischen Hafenmetropolen und steuern Ziele in ganz Asien an. Noch heute werden regelmäßig Schiffwracks gefunden, welche mit edelsten Porzellanwaren beladen sind.

Der nächste große Sprung in der Herstellung von Porzellan gelang während der Song-Dynastie. Die Herstellung von Porzellan wurde extrem effizient organisiert und einzelne Brennöfen konnten bis zu 25.000 Porzellanteile zu gleich brennen. Später wurde die Kapazität sogar auf 100.000 pro Brennvorgang erhöht. Gleichzeitig entwickelten sich die Gestaltungstechniken weiter und es entstanden immer mehr Formen, Motive und Farben. Es war auch zum Ende der Song-Dynastie, als sich die Herstellung von Porzellan von verschiedenen Manufakturen, die über ganz China verteilt waren, langsam nach Jingdezhen verlagerte.

Jingdezhen - Ansicht

Die Porzellanstadt Jingdezhen

Jingdezhen sollte schließlich zur Hauptstadt der Porzellanherstellung und zum Zentrum der kaiserlichen Porzellanmanufakturen werden. Zum Beginn der Ming-Dynastie wurde die kaiserliche Porzellanproduktion in Jingdezhen angesiedelt und auch andere Porzellanmanufakturen folgten nach. Die Herstellung von Porzellan in Jingdezhen war in verschiedene Produktionsprozesse unterteilt, deren Aufgaben in verschiedene Spezialgebiete aufgeteilt waren, um die Effizienz und Konsistenz der Herstellung zu erhöhen. Welche Dimensionen die Herstellung in Jingdezhen hatte, zeigt eine Bestellung vom Kaiserhof aus dem Jahre 1433, welche aus 443.500 Stück Porzellan bestand. Die Vormachtstellung von Jingdezhen wurde Mitte des 15. Jahrhunderts gestärkt, als die kaiserlichen Brennöfen, die Longquan-Celadon produzierten, jahrhundertelang eine der besten Waren Chinas, geschlossen wurden, nachdem Celadon aus der Mode gekommen war.

Der Export von chinesischem Porzellan nach Europa im großen Stil begann ebenfalls zur Zeit der Ming-Dynastie. Riesige Frachtschiffe gefühlt mit dem weißen Gold verließen die Häfen in Kanton und der Provinz Fujian und segelten nach Westen. In Europa brach eine regelrechte Euphorie nach Porzellan aus. Sowohl Königs- als auch Adelshäuser orderten Porzellan mit europäischen Motiven und forschten selbst intensiv am Geheimnis der Herstellung von Porzellan. Zu der Zeit wurde auch das blau-weiße Porzellan bekannt, welche heute wohl die bekannteste Form chinesischen Porzellans ist.

Jingdezhen erlebte einen Abschwung zum Ende der Ming-Dynastie durch die zahlreichen Kriege und Unruhen, wurde aber nie ganz aufgegeben und nach Zerstörungen wieder aufgebaut. Im Laufe der Qing-Dynastie konnte sich Jingdezhen jedoch erholen und die Produktion wurde vielfältiger, mit einer großen Bandbreite an Stilen und Qualitäten, von kaiserlichen Waren über solche für den Export bis hin zu solchen für den belebten Inlandsmarkt. Neben den kaiserlichen Herstellern entstanden erneut private Hersteller, deren Porzellan nicht weniger beliebt war, da diese weniger an die kaiserlichen Vorgaben gebunden waren und ihre Kreativität bei der Schöpfung neuer Porzellanmodelle freien Lauf lassen konnten.
Aufbruch in die Moderne

Nach dem Ende der Qing-Dynastie und dem Erlöschen der kaiserlichen Herrschaft über China setzte sich auch ein Wandel in der Herstellung von Porzellan aus Jingdezhen durch. Statt weniger qualitativ hochwertiger Stücke wurde nun Massenware, die qualitativ nicht an vorherige Produkte heranreichte, hergestellt. Während der Kulturrevolution wurden hauptsächlich Artikel mit Mao-Motiven wie Statuen und Anhänger produziert. Mit dem Beginn der Reform- und Öffnungspolitik erholte sich auch die Kunst in Jingdezhen und ehemalige Techniken und Produktionsverfahren wurden wieder aufgenommen. Zum Ende des 20. Jahrhunderts wurden jährlich etwa 300 Millionen Stück Porzellan in Jingdezhen hergestellt.

Heute ist die Stadt Jingdezhen weiterhin das größte Zentrum für Keramik- und Porzellanproduktion in ganz China. Millionen von Touristen strömen jedes Jahr in den Ort, um mehr über die Porzellanproduktion zu erfahren und die Handwerkskunst persönlich kennenzulernen. Neben einem Museum mit hunderten von Ausstellungsstücken aus verschiedenen Dynastien gibt es auch viele antike Brennöfen, die heutzutage besichtigt werden können. Dazu kommen die zahlreichen weiterhin produzierenden Manufakturen, welche oft seit Jahrzehnten in Familienbesitz sind und auch heute weiterhin einzigartige Porzellanwerke herstellen. Die Tradition der Porzellanherstellung lebt bis heute in Jingdezhen weiter und wird von seinen Bewohnern ausgiebig gepflegt.

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